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Fachvortrag - Tube 2016

Beim Wilnsdorfer Unternehmen Krückemeyer, einem Schleifmittel- und Klebeband-Spezialisten, müssen Daten auch mal per Post verschickt werden. Foto: Michael Kunz

Wilnsdorfer Unternehmen verschickt Daten per Post

Wilnsdorf. Politik und Telekom haben im Industriegebiet „Auf’m Lehnscheid“ einmal eine Datenleistung von 100 Mbit/s versprochen. Zur Verfügung stehen drei.

Das Ausmaß des Problems wird an drei Zahlen deutlich. Um vernünftig und zeitgemäß arbeiten zu können, benötigen die Mitarbeiter von Reinhard Krückemeyer in Wilnsdorf eine Datenleistung von mindestens 50 Mbit/s. Versprochen wurden seitens Politik und Telekom als Anbieter im Industriegebiet „Auf’m Lehnscheid“ einmal 100 Mbit/s. Zur Verfügung stehen derzeit magere drei.

Breitbandentwicklungsland
Konkret bedeutet das für den Schleifmittel- und Klebeband-Spezialisten, mit „geradezu lächerlichen Downloadgeschwindigkeiten“ zu leben. Abstürze und Verzögerungen, auch bei der Übertragung, seien die Regel. Um die Kunden sicher mit Informationen zu versorgen, würden Daten auf USB-Sticks oder CDs per Post geschickt. Außendienstmitarbeiter in Süddeutschland könnten nicht in die Strukturen eingebunden werden, „wir werden praktisch am Expandieren gehindert“, sagt Geschäftsführer Uwe Kittel.

Familienfreundliche Lösungen wie Home Office seien nicht umsetzbar. Die Diskussion beschäftige nicht nur sein Unternehmen schon seit einigen Jahren, begründet der Geschäftsführende Gesellschafter Jan Krückemeyer. Selbst der Anbieter Telekom habe auf die Einladung zum Pressegespräch schon reagiert, ergänzt Thorsten Ley, der IT-Experte des Unternehmens.

Direkt an diesem Morgen habe ein Mann von der Telekom angerufen. „Er hat uns mitgeteilt, dass die Verbindungen gelegt und schnelleres Internet hier im Industriegebiet grundsätzlich möglich ist“, sagt Ley. Zugleich wissen die Wilnsdorfer nun auch, dass sie auf absehbare Zeit keine Möglichkeit haben, die vollen 100 Mbit/s zu erreichen. Die zukunftsträchtigen Glasfaserkabel werden, wie oft im ländlichen Raum, nur bis an die Verteilerkästen verlegt, von wo aus die Kunden nach wie vor mit herkömmlichen Kupferleitungen versorgt werden.

Größere Mittelständler könnten sich auch eine Direktversorgung mit Glasfaser leisten, aber das sei sehr teuer, erklärt Hans-Peter Langer von der IHK Siegen. Das Problem existiere „in ganz Südwestfalen, in ganz NRW“, wenngleich die Ballungsräume deutlich besser gestellt seien.

„Es ist eine traurige Wahrheit, dass der Industriestandort Nummer Eins in Nordrhein-Westfalen Breitbandentwicklungsland ist“, konstatiert Langer. Als Folge würden die heimischen Unternehmen, von denen viele auch international aktiv seien, von ihren Mitbewerbern abgehängt, „nicht nur in den USA oder Holland, sondern auch von Firmen in Tschechien oder Lettland!“

IHK-Mann Langer hat den Eindruck gewonnen, dass der Fokus zu sehr auf den Privathaushalten liege und die Meinung vorherrsche, die Industrieunternehmen seien ohnehin gut versorgt. Das aber stimme eben nicht. Wie auch das Beispiel Krückemeyer zeigt.

Hoffen auf Verbesserung
„Wenn ich schnell etwas herunterladen muss, mache ich das zu Hause. Das ist Luftlinie 500 Meter von hier entfernt“, sagt Jan Krückemeyer. Sicherheitsrelevante Updates könnten nur außerhalb der Geschäftszeiten erfolgen, fügt Thorsten Ley hinzu. Alle Beteiligten hoffen nun auf eine baldige Verbesserung. Sonst müsse selbst ein in der Region sehr stark verwurzeltes Unternehmen wie Krückemeyer nach neuen Lösungen suchen.

Michael Kunz  

Quelle: derwesten.de, WAZ, 23.3.2016.
Link: Der Westen.

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