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Unternehmer beschweren sich über Schneckenpost statt Datenturbo

IHK 2016/5
„Das Kriechtempo, das uns das Internet an unserem Standort bietet, behindert uns auf allen Ebenen: Einfachste Anwendungen dauern viel zu lange oder funktionieren gar nicht erst. Die Zukunftschancen, die das schnelle Internet allgemein bietet, bleiben uns heute vollständig verwehrt", betont Jan Krückemeyer. Der geschäftsführende Gesellschafter der Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG mit Sitz im Wilnsdorfer Industriegebiet „Auf'm Lehnscheid" macht ebenso wie die 57 Mitarbeiter des Unternehmens täglich leidvolle Erfahrungen mit der vor­handenen Internetanbindung. „In unseren betrieblichen Abläufen sind wir immer mehr auf eine funktionsfähige Breitbandanbindung angewiesen", betont Geschäftsführer Uwe Kittel. „Mit einer geradezu lächerlichenDownloadgeschwindigkeit von durchschnittlich 3-4 Mbit/s kommen wir hier nicht sehr weit. Wir spüren auch, dass dies ein Wettbewerbsnachteil ist, der sich immer stärker auswirkt!" Die Schneckenleitung hat Folgen für die betrieblichen Abläufe im Alltag. So können E-Mail-Anhänge, wenn überhaupt, nur mit Mühe heruntergeladen werden. Am besten funktionieren Downloads am Betriebssitz nach der Hauptarbeitszeit, wenn auf der sogenannten „Datenautobahn" weniger los ist. Krückemeyer: „Größere Anhänge lade ich ohnehin schon regelmäßig privat zu Hause herunter." Auch der Datenaustausch zwischen Betriebssitz und den Büros von Außendienstmitarbeitern in Süddeutschland bereitet aufgrund der schlechten Internetanbindung große Probleme. „Ein PDF-Dokument mit einer Größe von 2 MB von unserem Server zu laden, dauert etwa eine halbe Minute. Ein flüssiges Arbeiten ist so unmögIich“, erläutert Thorsten Ley, IT-Experte des Unternehmens. Beeinträchtigungen gebe es zudem beim „Streaming" oder bei internetbasierten Seminaren, sogenannten „Webinaren''. Auch die automatische Auftragsabwicklung sei, vorsichtig ausgedrückt, ,,störanfällig". ,,An zukunftsfähige Dienste, wie die systematische Cloud­Nutzung oder familienorientierte Angebote durch die Einrichtung von Homeoffices, brauchen wir bei dieser Internetanbindung gar nicht zu denken", so Krückemeyer. Und: Die Kunden wollten die gewünschten Produkte heute direkt im Netz bestellen. Aber ein geeigneter Onlineshop sei mit dieser Internetanbindung nicht machbar.

Die Gemeinde Wilnsdorf habe sich in den vergangenen Monaten intensiv für eine Verbesserung der Anbindung eingesetzt. Aktuell seien Kabelverzweiger im Industriegebiet mit Glasfaser „überbaut" worden, theoretisch somit eine Anbindung mit bis zu 50 Mbit/s möglich. Aber auch hier gebe es Probleme auf Anbieterseite. So fehlten Angebote für Anlagenanschlüsse, und welche Geschwindigkeiten am Ende tatsächlich zur Verfügung stünden, sei unklar. „Ausgerechnet am Firmenstandort, wo gilt: Zeit ist Geld, und wo die Gewerbesteuern erwirtschaftet werden, regieren seit Jahren lange Ladezeiten und Verbindungsabstürze. Man lässt die Unternehmen bei diesem Thema weitgehend alleine", fasst Jan Krückemeyer zusammen. Das Unternehmen wird über kurz oder lang wohl tief in die Tasche greifen müssen, um sich aus eigener Kraft einen Glasfaserdirektanschluss zu legen und den Standort in Wilnsdorf nicht aufgeben zu müssen.

Dass die Firma Krückemeyer kein Einzelfall ist, bestätigt Hans-Peter Langer von der IHK Siegen: ,,Wir sehen nicht nur, dass Ballungsräume in NRW deutlich besser an das schnelle Internet angebunden sind als unsere Region. Wir beobachten auch mit Sorge, dass insbesondere in den Industrie- und Gewerbegebieten ganz erhebliche Defizite bestehen." Dabei komme der Breitbandanbindung heute eine ähnlich hohe Bedeutung zu wie einer guten Verkehrsanbindung. Zu Beginn des Jahres hatte eine Erhebung der IHK Siegen in sieben ausgewählten lndustrie­ und Gewerbegebieten in Siegen-Wittgenstein und Olpe gezeigt, dass für die meisten Betriebe mehr als 6 Mbit/s im Download nicht drin sind. Kritisiert werden vor allem das Schneckentempo und die Stabilität der Verbindungen. Langer: ,,Es ist eine traurige Wahrheit, dass der Industriestandort Nr. 1 in Nordrhein-Westfalen Breibandentwicklungsland ist." Derzeit wird auf Ebene der Kreise intensiv daran gearbeitet, deutlich unterversorgte Gebiete möglichst schnell, spätestens bis 2018, mit Geschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit/s zu versorgen. „Das entspricht dem, was Bund und Land als Ziel vorgeben und ermöglichen. Mehr als ein Drittel der Unternehmen, die wir befragten, gab jedoch an, schon in wenigen Jahren voraussichtlich deutlich höhere Geschwindigkeiten zu benötigen." Auch mit Blick auf die bevorstehende Digitalisierungswelle sei das politisch gesetzte Ausbauziel deutlich zu kurz gesprungen. Nachhaltig seien alleine Glasfaserdirektanschlüsse. Andere Länder seien wesentlich weiter im Glasfaserausbau, daher verschlechtere sich auch die Wettbewerbssituation für die heimischen Betriebe zunehmend, so Langer.

 

Bildunterschrift:
Hans-Peter Langer (IHK), Jan Krückemeyer, Uwe Kittel und Thorsten Ley von der Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG (v. /. n. r.) tauschten sich über die Breitbandanbindung aus.

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Quelle: Blickpunkt Wirtschaft regional – Mai 2016 – Seite 7

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