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1. Aufbau von Klebebändern
Technik des Klebens mit Klebeband
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Aufbau doppelseitig klebendes Klebeband
Aufbau einseitig klebendes Klebeband
Doppelseitiges Klebeband
Einseitig klebendes Klebeband
2. Bestandteile eines Klebebandes
 
 
Trägermaterialien
Trägermaterialien sind relativ dünne, flexible Materialien, die mit Klebmasse ausgerüstet werden.Die gängigsten Trägermaterialien sind:
 
  Papier
  Glatte oder gekreppte Oberfläche, unterschiedlich dehnfähig
 
  Gewebe
  Aus Zellwolle, Baumwolle, Polyamid oder Glasfasern
  Unbehandelt:                            reißfest, flexibel und temperaturbeständig.
  Behandelt:                                lz.B. für mehr Steifigkeit zur besseren Verarbeitung
  Oberflächenbeschichtet:        z.B. zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Abrieb
 
  Folien
  Weich-PVC:                               flexibel, schmiegsam, gute Isoliereigenschaften.
  Hart-PVC:                                  dimensionsstabil, UV-beständig, feuchtigkeitsbeständig, bedruckbar
  Hydrat-Cellulose:                     von Hand reißbar, nicht feuchtigkeitsbeständig, leicht zu verarbeiten
  Polyester:                           w w reißfest, abriebfest, alterungsbeständig, temperaturbeständig
  Polypropylen:                            elastisch, reißfest, feuchtigkeitsbeständig.
  Polyethylen:                       W    dehnbar und gut geeignet bei moderaten Temperaturen.
 
  Schaumstoffe
  Spezifisch leicht mit zelliger Struktur; Zellen können unterschiedlich groß, offen oder geschlossen 
  sein.
  Polyurethan:                              weich, elastisch
  Polyethylen:                               lösungsmittelbeständig
 
  Vliese
  Temperaturbeständig, sehr dünn möglich, passen sich Unebenheiten gut an
 
  Laminate
  Verbund von zwei oder mehr Materialien, z.B. Schaumstoff und PE-Folie, dadurch verbesserte
  Gesamteigenschaften
 
Klebmassen
Die Eigenschaften von Selbstklebemassen werden maßgeblich durch die Grundstoffe beeinflusst.
In der Klebetechnologie unterscheidet man im Wesentlichen die Kautschuk-Harz-Klebmassen von
Polycarbonaten
 
  Synthese- und Naturkautschuk
  Gute Anfangsklebkraft, gute Ablösbarkeit möglich, gute Verklebungsfestigkeit auf kritischen
  Untergründen Wie z.B. PP oder PE
 
  Reinacrylat
  Temperaturbeständig, alterungsbeständig, UV-beständig, beständig gegen Chemikalien
 
  Modifiziertes Acrylate
  Durch Zusätze, im Wesentlichen Harze, auf spezielle Klebeeigenschaften eingestellt. Temperatur-
  beständig, alterungsbeständig. UV-beständig, beständig gegen Chemikalien; auch für Permanent-
  verklebungen auf kritischen Untergründen.
 
  Acrylatdispersion
  Lösungsmittelfreier, wässriger Acrylatkeber, also umweltgerchte Fertigung; temperatur- und UV-
  beständig
 
  Silikon
  Extrem temperatur- und alterungsbeständig; für Verklebungen auf antiadhäsiven Untergründen, wie
  z.B. Silikon
 
Trennmaterialien
 
  Silikonisiertes Papier
  Haupsächlich Trennmittel für beidseitig klebende Bänder; glatt, feuchtigkeitsabweisend.
 
  Silikonisierte Folie
  Haupsächlich Trennmittel für beidseitig klebende Bänder; glatt, feuchtigkeitsabweisend, sehr
  flexibel   und belastbar, z.B. für die automatische Verarbeitung.
 
  Gerkrepptes silikonisiertes Papier, gekreppte silikonisierte Folie, geprägte silikonisierte Folie
  Geringe Auflagefläche, dadurch leicht lösbar, sehr flexibel; die sich auf den Kleber übertragende
  Struktur vermeidet beim Aufbringen von Klischeeklebebändern Lufteinschlüsse
 
  Geprägte Folie, nicht silikonisiert
  Wird verwendet, wo silikonisierte Materialien nicht eingesetzt werden dürfen. Geringe Auflagefläche,
  daher leicht ablösbar
 
Rückseitenlackierungen
Rückseitenlackierungen verbessern das Abrollverhalten der Klebebänder. Sie verhindern, dass die
Klebmassen umspulen (d.h. beim Abrollen des Klebebandes auf der Rückseite des Träger-
materials verbleiben).
 
Haftvermittler
Viele Trägermaterialien (z.B. PE) können nicht direkt mit Klebmassen beschichtet werden, da diese nicht haften bleiben würden. Die Vorbehandlung mit einem Primer sorgt für eine sichere Verbindung von Träger und Klebmasse und damit für zuverlässige Verklebung
 
3. Eigenschaften
Eigenschaften, trägerbedingt
 
  Reißfestigkeit/ Reißkraft
  Gibt an, bei welcher Kraftbeanspruchung ein Klebeband reißt, also die Zugkraft im Augeblick des
  Reißens. Sie wird auf die Bandbreite bezogen und daher in Newton pro cm Bandbreite (N/cm)
  angegeben. Erreicht die Zugkraft des Materials ihr Maximum, so spricht man von der Höchstzugkraft.
 
  Reißdehnung (Bruchdehnung)
  Gibt an, um wie viel Prozent ein Klebeband gedehnt werden kann, bevor es reißt. Wird immer in
  Zusammenhang mit der Reißkraft ermittelt.
 
  Weiterrreißfestigkeit
  Die Eigenschaft eines Klebebandes, nach Beschädigung (z.B. durch Reißen oder Einschneiden am
  Rand) nicht weiter zu reißen.
 
  Abriebfestigkeit
  Die Eigenschaft eines Klebebandes, trotz Abriebbelastungen voll funktionsfähig zu bleiben.
 
  Wasserdampfundurchlässigkeit
  Die Eigenschaft eines Klebebandes, trotz Abriebbelastungen voll funktionsfähig zu bleiben.
 
  Bedruckbarkeit
  Die Eigenschaft, Druckfarbe aufzunehmen und das optische Erscheinungsbild auch nach dem
  Wickeln und Abrollen beizubehalten.
 
  Durchschlagfestigkeit (Durchschlagsspannung)
  Angegeben wird die Spannung (in Volt), der ein Klebeband widersteht, ohne dass Strom
  durchschlägt.
 
Eigenschaften, klebmassebedingt
 
  Klebkraft/Adhäsion
  Das Maß der Haftung eines Klebebandes auf einem Verklebungsgrund. Maßeinheit: Kraft pro
  Bandbreite (N/cm)
 
  Anfangsklebkraft (Tack)
  Das Klebvermögen eines Klebebandes im ersten Moment des Kontakts unter einem Minimum an
  Anpressdruck.
 
  Abrollkraft
  Die Kraft, die notwendig ist, um das Klebeband von der Rolle abzuziehen.
 
  Klebkraft auf der Rückseite
  Die Kraft, die notwendig ist, um einen Klebebandstreifen von der Rückseite desselben Materials
  abzuziehen.
 
  Scherfestigkeit
  Die Fähigkeit eines Klebebandes, nicht zu rutschen oder abzuscheren. (Bei der Prüfung wird das
  Klebeband auf ein Gegenmaterial geklebt und parallel in seiner Verklebungsebene belastet.)
 
  Kohäsion
  Der innere Zusammenhalt eines Stoffes, hier die Spaltfestigkeit des Klebers.
 
Gesamteigenschaften
 
  Dicke
  Die Entfernung von Oberfläche zu Oberfläche in μm.
 
  Undurchsichtigkeit (Lichtundurchlässigkeit)
  Die Fähigkeit eines Klebebandes, Licht zu absorbieren oder zu reflektieren.
 
  Transparenz
  Die Eigenschaft eines Klebebandes, Licht hindurchzulassen.
 
  Farbechtheit
  Die Farbstabilität eines Klebebandes.
  Temperaturbeständigkeit
  Die Eigenschaft eines Klebebandes, nach der Verklebung bestimmten Temperaturen zu
  widerstehen, oder sich z.B. auch nach Wärmeeinwirkung sauber entfernen zu lassen, ohne seine
  Klebeigenschaften einzubüßen.
 
  Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse,Lösungsmittel, Säuren, Laugen, Öle, Fette
  Die Eigenschaft eines Klebebandes, im verklebten Zustand unter den genannten Bedingungen voll

  funktionsfähig zu bleiben.

 
  Alterungsbeständigkeit
  Der Zeitraum, in dem das Klebeband im verklebten Zustand voll funktionsfähig bleibt.
 
  Lagerfähigkeit
  Der Zeitraum, in dem unter definierten Bedingungen gelagerte Klebebandrollen ihre spezifischen
  Eigenschaften uneingeschränkt behalten.
 
 
Nur auf einer Seite des Trägers ist Klebmasse aufgetragen
Beide Seiten des Trägers sind mit Klebmasse ausgerüstet
Adhäsion
Kohäsion
Grundbegriff der Klebetechnik: Kohäsion
Grundbegriff der Klebetechnik: Adhäsion
Als Kohäsion versteht man die Anziehungs-
Kräfte innerhalb eines Körpers.
Als Adhäsion versteht man die Anziehungs-
Kräfte zwischen zwei Materialien.
Grundbegriff der Klebetechnik: Konstruktion
3. Spaltbelastung
4. Schälbelastung
2. Zugbelastung
1. Scherbelastung
Schälbelastung
Spaltbelastung
Zugbelastung
Scherbelastung
4. Haftung und Verklebungsfestigkeit
Bestmögliche Haftwerte erreichen Sie, wenn bei den Punkten Untergründe, Temperaturen und Verarbeitung folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
 
  Untergründe
  - Keine Untergründe bekleben, auf denen sich Silikone, Paraffine oder Wachse befinden
  - Keine Untergründe bekleben, auf denen sich Silikone, Paraffine oder Wachse befinden
  - Staubfreiheit sicherstellen
  - Möglichst Weichmacherfreiheit sicherstellen
  - Für trockene Oberflächen sorgen
  - Bei rauen, unebenen Untergründen dickere ausgleichende Klebebänder einsetzen
 
  Temperaturen
  - Verklebungstemperatur ist optimal zwischen 20 und 30 °C in trockenen Räumen. Möglichst nicht
    unter 10 °C arbeiten.
  - Lagerung des Klebebandes bei Raumtemperatur.
 
  Verarbeitung
  - Für ausreichenden und gleichmäßigen Anpressdruck sorgen.
  - Verarbeitungswerkzeuge (auch die Hände!) müssen trennmittelfrei sein.
  - Bei extremen Belastungen von Klebestellen ist zu berücksichtigen, dass speziell bei
     Acrylatklebmassen die Maximal klebkraft erst nach ca. 24 Stunden erreicht wird.
  - Permanente Spannungseinwirkung auf die Verklebung vermeiden.
 
 
5. Hinweise für Verklebungen auf gängigen Verklebungsmaterialien
 
Antiadhäsive Materialien
Obwohl in der Regel nahezu alle Werkstoffe gut zu verkleben sind, ist zubeachten, dass sich einige Materialien antiadhäsiv verhalten. Hierzu gehören u. a. Teflon und silikonhaltige Materialien sowie unpolare Kunststoffe wie PE und PP. Die Verklebung dieser Materialien ist kritisch. Eine Steigerung der Verbundfestigkeit lässt sich in solchen Fällen nur durch eine gezielte, auf den jeweiligen Werkstoff abgestimmte mechanische, physikalische oder chemische Oberflächenvorbehandlung erzielen (z. B. Corona- Vorbehandlung PE oder PP). In vielen Fällen reicht allerdings die Klebkraft auf PE oder PP aus, so dass eine Vorbehandlung nur für dauerhafte Verbindungen mit höheren Anforderungen an die Festigkeit nötig ist.
 
Kunststoffe/lackierte Oberflächen
In der Regel handelt es sich hierbei um problemlose Haftgründe. Da in wenigen Fällen die Möglichkeit von Beeinträchtigungen des Verbunds durch Wechselwirkung zwischen Haftgrund und Klebmasse besteht – z. B. durch Beeinträchtigungen des Verbunds durch Wechselwirkung zwischen Haftgrund und Klebmasse besteht – z. B. durch besonders, wenn das Klebeband nach einer gewissen Zeit wieder entfernt werden soll oder wenn auf Weich-PVC geklebt wird
 
Metallverklebungen
Bei Nichteisenmetallen wie z. B. Blei, Cadmium, Kupfer, Messing und Nickel muss vorher festgestellt werden, ob diese auf die Selbstklebmasse chemisch reagieren. Sie können sich nach dem Klebebandkontakt aufgrund chemischer Reaktionen verfärben.
 
Oberflächenvorbereitung
Um eine optimale Haftung zu erzielen, müssen die zu verklebenden Oberflächen sauber, trocken und fettfrei sein. Antiadhäsive Oberflächensubstanzen wie z. B. Staub, Formtrennmittel, Fette oder Wachse müssen vor der Verklebung entfernt werden
 
Verarbeitung der Klebebänder
Die Verklebungen sollten nach Möglichkeit bei Raumtemperatur (ca. 18 - 25 °C) durchgeführt werden. Um die bestmögliche Anfangshaftung zu erzielen, ist ein ausreichend hoher und gleichmäßiger Andruck erforderlich. Die in der Regel höhere Endfestigkeit tritt erst nach mehreren Stunden ein.
 
6. Hinweise für das Entfernen von Klebebändern
Es gibt Klebebänder, die für kurzfristige, für längerfristige und für permanente Verklebungen entwickelt wurden. Es kommt vor, dass Klebebänder nicht sachgemäß eingesetzt werden. Wenn z. B. Produkte für die kurzfristige Außen- anwendung länger als drei Tage Witterungs- und UV-Belastungen ausgesetzt bleiben, lassen sie sich häufig ohne Hilfsmittel nicht wieder entfernen. Wir empfehlen dann folgende Vorgehensweise:
 
  Klebeband-Träger
  Sollte langsam und gleichmäßig abgezogen werden; ggf. ist es notwendig, ihn vorher mit einem Fön
  zu erwärmen.
 
  Klebmasse-Rückstände
  Sollten durch stufenweises Vorgehen entfernt werden:
 
  Kautschuk-Klebmassen
  - Der Träger lässt sich abziehen, die Klebmasse ist noch weich: Entfernung mit Reinigungsbenzin.
  - Der Träger ist spröde, reißt ein, die Klebmasse ist leicht erhärtet: mit einem Fön erwärmen und
  vorsichtig
  abziehen; Klebmasse-Rückstände mit Reinigungsbenzin entfernen, oder: mit Reinigungsbenzin
  mindestens eine Minute einweichen, dann mit einem Kunststoffspachtel abschieben
  - Die Klebmasse ist stark erhärtet: mit Universalverdünnung mindestens eine Minute
  einweichen,dann mit einem Kunststoffspachtel abschieben.
  - Die Klebmasse ist stark erhärtet, und die oben beschriebene Vorgehensweise war erfolglos: mit
  Cupran®
 
  Handreiniger (Evonik Stockhausen, Krefeld) mindestens eine Minute einweichen, dann mit einem
  Kunststoffspachtel abschieben.
  - Die Klebmasse ist stark erhärtet, und die oben beschriebenen Vorgehensweisen waren erfolglos:
  mit soluwash® Reiniger (Pufas, Hann.-Münden) mindestens eine Minute einweichen, dann mit
  einem Kunststoffspachtel abschieben.
 
  Acrylat-Klebmassen
  - Der Träger ist spröde, reißt ein, die Klebmasse ist leicht erhärtet: mit einem Fön erwärmen und
     vorsichtig abziehen.
  - Die Klebmasse ist erhärtet: nacheinander folgendes Lösungsmittel bzw. Gemische erproben
         - Reinigungsbenzin
         - Gemisch aus 50 % Äthylacetat und 50 % Xylol
         - Gemisch aus 40 % Spiritus, 40 % Reinigungsbenzin und 20 % Aceton
         - Reiniger soluwash®
 
Die empfohlenen Lösungsmittel bzw. Gemische können die Klebmasse lediglich aufquellen, nicht jedoch auflösen.
 
7. Technische Definitionen
 
  Maßeinheiten
  N = Newton.
  Ein Newton ist die Kraft, die benötigt wird, um einen ruhenden Körper der Masse 1 kg
  innerhalb von einer Sekunde gleichförmig auf die Geschwindigkeit 1 m/s zu beschleunigen.
  μm = Mikrometer.
  Maßeinheit, mit der geringe Dicken bei Klebebändern und Trägern gemessen werden.
  1 μm = 1/1.000 mm = 0,001 mm
 
  Kurzzeichen einiger Kunststoffe (nach DIN 7728)
  PE: Polyethylen
  PET: Polyester (Polyethylentherephthalat)
  PP: Polypropylen
  PUR: Polyurethan
  PVC: Polyvinylchlorid
  H-PVC: Hart-PVC
  W-PVC: Weich-PVC
 
         
         
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